Bergulme
Ulmen gehören mit zu den imposantesten Laubbäumen, die unsere Landschaft prägen. Ihr typisches Wuchsbild macht sie schon weithin erkennbar. So bildet die Flatter-Ulme, ein Auenwaldbewohner, oft imposante Brettwurzeln. Die Feld-Ulme ist im Stockbereich durch die Ausbildung umfangreicher Wurzelbrut zu erkennen. Unsere Berg-Ulme, ein Bewohner des Berg- und Hügellandes, weist in seiner winterlichen Silhouette bizarr geschwungene Äste im unteren Kronenbereich auf.
Diese besonders ästhetischen Erscheinungen sind mit die wertvollsten Bestandteile unseres relativ artenarmen Gehölzinventars hier im Erzgebirge. Ulmen sind durch die Veränderungen ihrer Lebensräume und ausgeprägten industrieorientierten Waldbewirtschaftungsformen aus unserer Landschaft fast verschwunden. Hinzu kommt das Ulmensterben, eine Pilzinfektion, die im Besonderen Feld-Ulmen aber auch Berg-Ulmen heimsucht und bereits zahlreiche Altbäume zum Absterben brachte. Einige Bestände wurden bis heute von dieser Entwicklung verschont, und es besteht die wage Hoffnung auf eine gewisse Resistenz einzelner Ulmenindividuen. Da die Ausbreitung des Pilzes an den heimischen Ulmensplintkäfer gebunden ist, und jener bislang nur größere Bäume aufsucht, sind isolierte Jungbäume nahezu verschont geblieben.
Dieser Umstand ermutigt unseren Verein neue Berg-Ulmen für die freie Landschaft heran zu ziehen und auszubringen. Letzte gut fruktifizierende (Samen bildende), autochthone Ulmenbestände werden beerntet und aus deren Saatgut neue Bäume herangezogen.
Diese 1-jährigen Jungulmen stehen für interessierte Naturfreunde jedes Jahr zur Auspflanzung in geeignete Standorte bereit.
Unser Verein bietet Interessierten diese Bäume im Container zu einem Unkostenbeitrag von 1 Euro zur Abholung und Ausbringung an. Wir hoffen mit unserem Projekt, den flächigen Erhalt dieser Baumart in unserer Landschaft zu sichern.
Bei der Standortsuche sollte auf folgende Anforderungen geachtet werden.
- Berg-Ulmen können recht stattliche Erscheinungen werden, in unseren
Höhenlagen dürften 25 Meter Größe kaum überschritten werden
- Trockene und nährstoffarme sowie staunasse Standorte sind ungeeignet
- Sonnige bis halbschattige Standorte sind geeignet
- Vor Wildverbiss sichern