Wildbestände im Westerzgebirge

 

Unser Verein arbeitet in einem Territorium mit einem Waldanteil von ca. 80% Dieser Wald, oder besser Forst, setzt sich aus etwa 90% Fichten und 10%  Rotbuchen und anderen wenigen Baumarten zusammen.

Zu DDR- Zeiten beherbergte die Region Schönheide/ Eibenstock ein Wildforschungsgebiet mit einem Staatsjagdbereich. Dieser Umstand führte dazu, dass enorme Wildbestände „gezüchtet“ wurden. Vor allem der „König der Wälder“, der Rothirsch, eigentlich ein Bewohner steppenähnlicher Landschaften, residierte in riesigen Herden, in den ohnehin gehölzartenarmen Fichtenforsten. Das Ergebnis war verheerend, außer in aufwendig gegatterte Kulturen oder mit Vebissschutz  behangene Triebspitzen bzw. kunststoffumwickelte Baumstämme war nichts vor diesen Äsern (unweidmännisch Maul) sicher. Neben gigantischen wirtschaftlichen Schäden durch Rindenschäle (anschließender Pilzbefall führt zur Holzentwertung), wiegt der Verlust an wertvolle Mischbaumarten wie Ebereschen, Aspen, Birken, Weiden, Rotbuchen und Bergahorn durch Verbiss für die Stabilität der Waldbestände besonders schwer.

Viele dieser Baumarten fungieren als Pioniergehölze und sind für die Reaktionsfähigkeit des Waldes auf Störungen besonders wichtig. Rotwildherden gaben diesen Gehölzen keine Chance, was zur Versteppung gerade auf freien Emissionsflächen in Kammlagen führte.

Auf Standorten wo, selbst die Fichte bedingt durch Bodenversauerung versagte, kamen fremdländische Baumarten wie Japanische Tannen, Murraykiefern, Blaufichten, Serbische Fichten und einige andere Arten zum Einsatz. 

Trophäenkult gepaart mit jagdlicher Arroganz sah den Wald nur als Kulisse zum Frönen ihrer Leidenschaft.

Mit Beginn der Wende gelangten die Probleme um unseren Wald in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Dank der Beharrlichkeit unserer Aufklärungsarbeit und dem innerlichen Besinnens Teile der Försterschaft, konnten die dringenden Aufgaben zur Walderrettung bis heute in unserer Region umgesetzt werden. Konsequente Wildregulierung und erfolgreicher Umbau der Fichtenforste in stabile standortgerechte Wälder bedingen einander.  

Aber das stetige Aufbegehren der traditionsorientierten Jägerschaft auf höhere Jagderfolge und eine wildgerechte Waldgestaltung (Wildäcker, Kulturgatterungen ),bedingen eine kontinuierliche und konsequente Aufklärungsarbeit unseres Vereins. Dazu führen wir regelmäßig öffentliche Waldwanderungen und Exkursionen durch.